Es lesen:

Sarah Hofbauer
von Anfang an dabei. Muse, Femme Fatale......ALLES!
Sarah liest, wenn sie will. Don´t miss her!

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Christina Cervenka
Ist aufgewachsen auf einem Kärntner Bergbauernhof,  kam zum Studieren nach Graz (Schauspiel), und war unter anderem sogar Ensemble-Mitglied des Wiener Burgtheaters. Heute ist sie eher "beim Dreh" in München anzutreffen.
Tini liest, wenn sie sich vom Film loseisen kann.

 

Ich (Markus Hell)
Der Notnagel, wenn sonst keiner kann, muss ich ran.
Dann muss ich "den Scheiss" selber lesen, sprich: "Autorenlesung"

www.thehell.at , achso, Sie sind ja eh schon da...

DER WEISSE HAI

 

Es war einmal ein weisser Hai,

der frass pro Tag so nebenbei

an die 50 Kilo Fisch

und einen halben Surfer, knackig-frisch.

 

Was uns erscheint äusserst brutal

ist für den Hai jedoch normal:

"Ich bin nunmal ein weisser Hai!

Daß Töten falsch sei, wär mir neu."

 

So sagt er sich und hat ja recht,

wie heisst es doch so schön bei Brecht:

"Erst kommt das Fressen, dann die Moral,

und überhaupt wäre es fatal

hätt' ich als Hai(!) Gewissensbisse

mir schmecken Menschen so wie Fische!"

 

SO denkt der Hai:

Ich bin der Weisse.

Don't ask why.

Ich beisse.

 

 

JERUSALEM BLUES

Angefangen hat alles im Oktober 1990.
Deutschland war gerade wiedervereinigt, und ich zog in die Wohngemeinschaft in der Goethestraße 3 ein.
In eine der vielen WG's im Grazer Univiertel.
Richtig studiert hat von uns eigentlich nur der Werner. Geologie. Lizzy hat in einem Büro gearbeitet. Evelyn hat irgendwelche Kurse besucht. Und ich... ich hatte das Durchgangszimmer.
Evelyn, Lizzy, Werner und Ich. Das war die Stammbesetzung. Wir hatten aber immer wieder "Gäste". Dazu später.
Werner und ich waren die dicksten Freunde. Fast wie Brüder. Wir haben praktisch alles zusammen gemacht. Uns hätte nichts auseinander bringen können. "Gefahr" drohte nur von Evi. Sie war einfach zu sexy. Wir hatten beide keine Freundin. Der Kampf um Evi's Aufmerksamkeit war anstrengend. Wer schafft es, ein paar Minuten mit ihr alleine in der Küche zu sein? Wer darf ihr was ins Zimmer bringen? Hat Evi wieder eine ihrer "Phasen"? Braucht Sie wen zum Reden? Unsere Gedanken kreisten ständig um Evi.
Eine Ablenkung bot Tischfussball. Auf meinem Tischfussballtisch, den ich aus Bruck mitgebracht habe.  Ich hatte darauf jahrelang trainiert, deshalb war ich so gut wie unschlagbar. Wir haben prinzipiell nur um Geld gespielt. 10 Schilling pro Partie. Für mich war das ein schönes Trinkgeld. Aber Gessi wollte nicht aufgeben."Gessi" war sein Spitzname, abgeleitet von Gesselbauer Werner.
"Willst du wirklich noch einmal spielen?", hab ich Gessi gefragt.
"Du wirst wieder verlieren, garantiert."
"Nächstes Spiel!", stiess Gessi wütend hervor.
Immer nur um Geld. Zwischen uns liefen ein paar so verrückte Sachen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, daß alles mit Evi zusammenhing.
Unsere Hauptbeschäftigung aber war das gemeinsame Gitarrespielen. Getroffen haben wir uns immer in seinem Zimmer, das etwas größer als mein Durchgangszimmer war. Und dann ging's los. Stundenlang. Gessi konnte anfangs ja überhaupt nicht spielen. Ich habe ihm alles beigebracht, schrittweise. Beatles und so. Da Gessi NUR das spielen konnte, was ich ihm gezeigt habe, waren wir total synchron. Und durch unser ständiges Üben gut eingespielt. Gesungen habe vorerst nur ich. Dann stellte sich heraus, daß Werner eine super Stimme hatte. Er selber hat das gar nicht gewußt. Aber mir ist es aufgefallen, als er ab und zu die Refrains mitgesungen hat. "Das klingt gar nicht schlecht! Komm, noch einmal!"
"She's got a ticket to ri-hide, she's got a ticket to ri-hi-hide
, she's got a ticket to ride, BUT SHE DON'T CARE!"
Er konnte echt gut singen. Und wir wurden immer besser. Bis zu den ersten Auftritten war es aber noch ein steiniger Weg, ich musste Gessi teilweise mit körperlicher Gewalt dazu zwingen, unsere Songs in der Herrengasse vor Passanten auszuprobieren. Ich erinnere mich daran, wie ich Ihn einmal die Sporgasse hinuntergestossen habe,
"Geh weiter, du Feigling! Du hast eine super Stimme!"
Er war immer noch unsicher wegen seines Gesangs... Später ist aus unserem Duo die Band "Diving Deep" entstanden, falls es wer kennt, mit Simon am Bass, und Schubi am Schlagzeug. Dann sind noch ein paar Sachen passiert... Gessi, der Lauser, hat mit "Rising Girl" einen Hit geschrieben.
"Hey up, Hey up, talking 'bout a rising girl". Na, haben Sie die Melodie noch im Ohr? "Rising Girl" war die Nummer 1 der Ö3 Hitparade. Ja, er konnte singen der Werner Gesselbauer.
Ich war bei "Rising Girl" nicht dabei, ich war zu diesem Zeitpunkt längst in Jerusalem.

 

 

 

NOVEMBER, AM NORDRAND VON WIEN

 Irgendwaun is Wien a aus.
 Irgendwaun steht s'letzte Haus.
 Dann fangt aun des floche Laund,
 und wird zet be "Marchföd" genaunt.

 Wo Windrad sich an Windrad reiht,
 ein Krähenschwarm sehr schrecklich schreit...
 Ka Mensch ned geht do vur sei Haus.
 Do is Wien sowas von aus...

 

 

 

 

 

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